Marion Singler
Lehrerin & Gründerin der Lese-App alphaben
Aufzeichnung
Lesen ist eine der wichtigsten Basiskompetenzen in der Schule. Trotzdem erreichen viele Kinder die Mindeststandards im Lesen nicht. Genau hier setzt das Webinar von Marion Singler, Lehrerin und Gründerin der alphaben-App, an. Es zeigt praxisnah, warum Lesegeschwindigkeit, Leseflüssigkeit und Lesekompetenz so eng zusammenhängen – und wie Lehrkräfte Kinder im Unterricht gezielt fördern können.
Lesegeschwindigkeit ist nicht einfach nur “schnell lesen”. Sie ist ein zentraler Baustein der Lesekompetenz. Denn: Wenn Kinder Wörter mühsam entziffern müssen, bleibt kaum geistige Kapazität übrig, um Inhalte wirklich zu verstehen. Je flüssiger ein Kind liest, desto leichter kann es Inhalte erfassen, Zusammenhänge verstehen, Texte sinnerfassend lesen sowie eine Motivation fürs Lesen entwickeln.
Marion Singler beschreibt Leseförderung als eine Art Pyramide. Ganz oben steht das Ziel, dass Kinder Texte, Geschichten und Bücher verstehen. Damit das gelingt, müssen aber die unteren Ebenen stabil aufgebaut sein. Erst wenn die Grundlagen sitzen, sollten längere Sätze und Texte folgen. Gerade bei älteren Kindern mit großen Leseschwierigkeiten lohnt sich oft der mutige Schritt zurück zur Basis.
Damit Förderung wirksam ist, muss zuerst klar sein, wo ein Kind steht. Im Webinar werden dafür standardisierte und nicht standardisierte Diagnosemöglichkeiten vorgestellt, zum Beispiel das Lautlese-Protokoll, das Lückentext-Verfahren oder der Stolperwörter-Test.
Ein ganz wichtiger Praxistipp: Die Diagnose ist nur sinnvoll, wenn der Text zum Leseniveau des Kindes passt. Ist er zu leicht, wirkt das Ergebnis zu gut. Ist er zu schwer, fällt es schlechter aus als nötig.
Für schwache Kinder bringt stilles Lesen häufig wenig. Sie bemerken ihre Fehler nicht, korrigieren sich nicht selbst und verstehen oft nicht, was sie lesen. Gerade leseschwache Kinder brauchen hörbares, begleitetes und wiederholtes Lesen.
Leseförderung braucht Regelmäßigkeit. Einzelne Lesestunden alle paar Wochen reichen nicht aus. Empfohlen wird ein festes Leseband, das 2- bis 3-mal pro Woche jeweils 20 Minuten stattfindet. Es sollte verbindlich im Stundenplan verankert sein. Diese Zeit ist wichtig, damit Kinder Texte mehrfach lesen können. Genau diese Wiederholung verbessert nachweislich die Leseflüssigkeit.
Kinder lesen besser, wenn Lesen positiv erlebt wird. Hilfreich sind dabei spielerische Formate, kurze Texte statt überfordernder Lektüren, differenzierte Materialien sowie wiederholtes Lesen ohne Bloßstellung. Leseförderung wirkt dann besonders gut, wenn Kinder merken: Ich kann das schaffen.
Marion Singler stellt gleich mehrere motivierende Methoden vorgestellt, die sich direkt im Unterricht umsetzen lassen.
Nicht alle Kinder brauchen denselben Text. Nicht alle Kinder brauchen dieselbe Methode. Und nicht alle Kinder profitieren von demselben Tempo. Deshalb ist Differenzierung so wichtig, zum Beispiel durch vereinfachte Textversionen, unterschiedliche Leseniveaus, Worterklärungen, Silbenmarkierungen oder verschiedene Sozialformen.
Im Webinar stellt Marion Singler außerdem die alphaben-App vor, die speziell auf Leseförderung ausgerichtet ist.
Besonders spannend daran:
Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Quizsystemen besteht darin, dass alphaben besonders auf schwächere Leserinnen und Leser ausgerichtet ist. Die Kinder lesen direkt in der App und werden während des Lesens unterstützt, statt erst im Nachhinein abgefragt zu werden.
Lehrerin & Gründerin der Lese-App alphaben