Aufzeichnung

Kinder entdecken KI – Verstehen, Ausprobieren, Reflektieren

Künstliche Intelligenz ist längst im Schulalltag angekommen

Doch viele Lehrkräfte fragen sich zu Recht: Reicht es, ab und zu mal ein KI-Tool im Unterricht auszuprobieren? Oder brauchen Kinder ein grundlegendes Verständnis dafür, was KI eigentlich ist, wie sie funktioniert und wo ihre Grenzen liegen?

Genau darum geht es in diesem Webinar mit Verena Knoblauch. Im Mittelpunkt steht ein systematischer Lehrgang für die Klassen 3 und 4, der Kindern einen altersgerechten Zugang zu künstlicher Intelligenz ermöglicht. Statt nur einzelne Spielereien mit KI zu zeigen, wird ein didaktischer Weg vorgestellt: Verstehen, Ausprobieren, Reflektieren.

Der systematische Aufbau: fünf Kapitel für den Unterricht

Die vorgestellte Unterrichtsreihe ist in fünf Kapitel gegliedert. Sie führt Kinder Schritt für Schritt an das Thema heran.

1. KI überall um uns herum

Zum Einstieg sammeln die Kinder, wo ihnen KI im Alltag begegnet. Viele Anwendungen sind auf den ersten Blick gar nicht offensichtlich. Genau das macht dieses Kapitel so wertvoll: Es schafft Bewusstsein dafür, dass KI nicht nur ChatGPT oder Bildgeneratoren bedeutet, sondern in vielen Geräten, Apps und Diensten steckt.

2. Wie lernt eigentlich eine KI?

Im zweiten Kapitel wird die grundlegende Funktionsweise von KI verständlich erklärt. Ein besonders anschauliches Beispiel aus dem Webinar: der Unterschied zwischen einem klassischen Computerprogramm und einer KI. Wenn ein Programm Hunde und Katzen unterscheiden soll, müssen alle Regeln genau vorgegeben werden. Etwa über Größe, Ohrenform oder Augen. Schnell wird klar: Das ist kompliziert und fehleranfällig. Bei einer KI ist es anders. Sie bekommt viele Beispiele gezeigt und lernt daraus selbst Muster. Genau dieser Unterschied ist zentral: Programme folgen Regeln. KI lernt aus Beispielen.

3. Wie entscheidet eine KI?

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Frage, wie KI Entscheidungen trifft. Das Webinar erklärt dies über Sprache und Wahrscheinlichkeiten. Mit einfachen Satzanfängen wie „Alles Gute zum …“ oder „Mein Hobby ist …“ lässt sich gut zeigen: Manche Fortsetzungen sind sehr wahrscheinlich, andere weniger. Genau so funktioniert auch KI in vielen Anwendungen. Sie berechnet nicht die „Wahrheit“, sondern das wahrscheinlichste nächste Wort oder die wahrscheinlichste passende Lösung.

4. Mit KI arbeiten: Texte und Bilder im Unterricht nutzen

Nach dem Grundlagenverständnis folgt im Webinar der praktische Teil. Hier geht es darum, KI sinnvoll im Unterricht einzusetzen. Ein starkes Beispiel aus dem Webinar ist die Aufgabe „Ein Igel im Weltraum“. Statt die KI einfach eine fertige Geschichte schreiben zu lassen, wird sie als Inspirationsquelle genutzt. Sie liefert Ideen, Vorschläge oder Denkanstöße, mit denen die Kinder dann selbst weiterarbeiten. Genau hier liegt ein zentraler pädagogischer Gedanke des Webinars: KI sollte nicht als Ersatz fürs Denken verwendet werden, sondern als Lernbegleiter.

5. KI, Ethik und Verantwortung: Was darf KI – und was nicht?

Im letzten Kapitel rückt die Reflexion in den Mittelpunkt. Das Webinar zeigt sehr klar: Wer mit KI arbeitet, muss auch über Risiken, Datenschutz, Vorurteile und Fälschungen sprechen. Kinder sollten früh lernen, dass nicht alle Informationen in ein KI-System eingegeben werden dürfen.

KI hat Vorurteile

Ein besonders starkes Unterrichtsbeispiel ist die Frage nach Weihnachtsgeschenken für ein zehnjähriges Mädchen und einen zehnjährigen Jungen. Die KI macht dabei oft stereotype Vorschläge. Genau dadurch wird sichtbar, dass KI Vorurteile aus Trainingsdaten übernehmen und weitergeben kann. Diese Einsicht ist zentral für die Arbeit mit Kindern: KI ist nicht neutral. Sie spiegelt oft gesellschaftliche Muster wider.

Fake News und Deepfakes erkennen

Ein weiterer großer Themenblock sind manipulierte Bilder, Videos und Nachrichten. Das Webinar zeigt, wie schwer es inzwischen geworden ist, echte Inhalte von KI-generierten Fakes zu unterscheiden. Kinder können spielerisch mit Bildvergleichen oder einfachen Fake-News-Generatoren arbeiten. Wichtig ist dabei nicht nur der Spaßfaktor, sondern die Erkenntnis: Nicht alles, was echt aussieht, ist auch echt.

 

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Verena Knoblauch
Ihre Referentin

Verena Knoblauch

Verena Knoblauch arbeitet als Grundschullehrerin und medienpädagogische Beraterin für Grund- und Mittelschulen in Nürnberg. Sie... weiterlesen

Verena Knoblauch arbeitet als Grundschullehrerin und medienpädagogische Beraterin für Grund- und Mittelschulen in Nürnberg. Sie ist außerdem bundesweit in der Lehrkräftefortbildung, als Referentin und Autorin tätig und ist Gründungsmitglied des Instituts für zeitgemäße Prüfungskultur. Ihr Ziel: Unterricht im Sinne einer zeitgemäßen Bildung zu verändern.

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